Bioethanol – ein nachwachsender Kraftstoff

Während Erdöl als fossiler Brennstoff endlich ist, gehört Bioethanol neben Biodiesel, Pflanzenöl, Biomethan und den synthetisch gewonnenen Kraftstoffen biomass-to-liqiud (BtL) zu den erneuerbaren Biokraftstoffen.

Sie werden aus so genannten Nachwachsenden Rohstoffen (NaWaRo) gewonnen, die auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen erzeugt werden und nicht als Nahrungs- oder Futtermittel sondern energetisch, also zur Erzeugung von Wärme, Strom oder Kraftstoffen genutzt werden.

Bioethanol – eine uralte Erfolgsgeschichte

Bis zur Mechanisierung der Landwirtschaft haben Zugochsen und Pferde die schweren Arbeiten in der Landwirtschaft verrichtet. Die Futtermittel für diese Tiere waren praktisch die ersten Biokraftstoffe, die der Landwirt erzeugt hat. Erst mit der Entdeckung von Erdöl, Kohle, Erdgas und Uran als Energiequellen änderte sich das.

Da diese fossilen Rohstoffe eines Tages zur Neige gehen, gewinnen die alten Kraftstoffe vom Acker zunehmend wieder an Bedeutung. Die Aufgabe der Zukunft wird es sein, Produkte und Verfahren zu entwickeln, die eine effiziente Energienutzung ermöglichen. Bioethanol kann heute schon sehr effizient produziert werden und ist deshalb ein biogener Kraftstoff mit Zukunft.

Bioethanol – ein Energieträger mit Zukunft

Weg vom Öl. Mit dem Anbau von Nachwachsenden Rohstoffen für Bioethanol leistet die Landwirtschaft einen Beitrag für den Weg, weg vom Öl. Es liegt auf der Hand: Wenn wir in wenigen Jahren verbrauchen, was sich in Milliarden vor Jahren in der Erde gebildet hat, dann ist das ein Irrweg.

Erdöl ist keine Lösung. Wir müssen unsere Energiegewinnung in ein zeitliches Gleichgewicht zu unserem Energieverbrauch bringen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über den Energiepflanzenanbau in Deutschland im Jahre 2009.

Rohstoff und VerwendungszweckAnbaufläche im Jahr 2009
Hektar
Anteil an Energiepflanzen %Anteil an Gesamtfläche
%
Landwirtschaftliche Fläche
in Deutschland
18.764.600 ha100,0 %
Stärke / Zucker für Bioethanol226.000 ha13,3 %1,2 %
Raps für Biodiesel / Pflanzenöl942.000 ha55,3 %5,0 %
Pflanzen für Biogas530.000 ha31,2 %2,8 %
Dauerkulturen für Festbrennstoffe3.500 ha0,2 %0,02%
Energiepflanzen insgesamt1.701.500 ha100,0 %9,1 %
* Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Bioethanol – ein Garant für Nachhaltigkeit

Bioethanol wird aus Nachwachsende Rohstoffen gewonnen und ist ein nachhaltiger Energieträger. Es setzt bei der energetischen Nutzung weniger Treibhausgase frei als fossile Rohstoffe. Bei stofflicher Nutzung konserviert es sogar Kohlendioxid und hilft somit, den Klimawandel zu bremsen. Es dient der Versorgungssicherheit, denn es ist nicht endlich wie z.B. Erdöl und kann in nahezu allen Ländern der Erde gewonnen werden. Das stärkt die Regionen und macht die Menschheit unabhängiger von den Erdöl-Ländern.

Besonders in Deutschland sind wir bislang, was unsere Ressourcen betrifft, weitgehend von Importen abhängig, die aus einigen wenigen, zum Teil politisch instabilen Regionen kommen. Nachwachsende Rohstoffe für alternative Energien können hingegen unsere heimischen Land- und Forstwirte produzieren oder aus einer Vielzahl anderer Länder importiert werden. Dies trägt zu einer sicheren und stabilen Versorgung und damit letztlich auch zur Entschärfung von Konflikten bei.

Bioethanol – eine Jobmaschine mit Perspektive

Der heimische Anbau von nachwachsenden Rohstoffen, die Verarbeitung in regionalen Bioethanolanlagen und die Nutzung von Bioethanol als Kraftstoff oder zur Wärmegewinnung sorgt dafür, dass die gesamte Wertschöpfung im Land bleibt und neue Arbeitsplätze mit Perspektive entstehen.

Gerade für die Menschen im strukturschwachen und oft von Abwanderung geprägten ländlichen Raum bietet dies große Chancen und soziale Sicherheit.

Bioethanol – der Umwelt zur Liebe

Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen zur Bioethanolerzeugung ist häufig mit Umweltvorteilen verbunden, zum Beispiel in umweltsensiblen Bereichen. Bei der Verbrennung von Bioethanol fallen keine schädlichen Abgase an, wie bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen.

Zudem bietet der Anbau nachwachsender Rohstoffe entgegen der öffentlichen Wahrnehmung nicht nur Risiken, sondern auch Chancen für ein breiteres Artenspektrum in der Landwirtschaft. Denn schließlich ist das Spektrum an Energie- und Rohstoffpflanzen vielfältiger und umfangreicher als die heute vorwiegend angebauten Nahrungs- und Futterpflanzen. Die folgende Aufstellung macht deutlich, welche CO2-Einsparung durch den Einsatz von Bioethanol möglich ist.

CO2-Einsparung
1,5 kg CO2pro Liter Bioethanol
2,2 kg CO2pro Liter Benzinäquivalent
3,7 kg CO2pro Hektar Getreide für Bioethanol
9,4 kg CO2pro Hektar Zuckerrüben für Bioethanol
* Quelle: Biokraftstoffe – eine vergleichende Analyse, Fachagentur nachwachsende Rohstoffe e.V

Bioethanol liefert überzeugende soziale, ökologische und ökonomische Argumente und wird zweifelsohne eine bedeutende Rolle auf unserem Weg, weg vom Öl spielen.